Linux und RDP [updated]

Veröffentlicht: 12. Oktober 2011 in Linux, Windows
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Das Remote-Desktop-Protokoll ist ein proprietäres Protokoll von Microsoft, mit dem man zwecks Fernwartung auf entfernte (Windows-)Maschinen zugreifen kann. Was es unter Linux selbstverständlich wieder mal schwierig macht, aber zum Glück gibt es auch hier Mittel und Wege.

Für den Fernzugriff von einem Linux-System aus auf eine Windows-Maschine hat sich bei mir das Programm Terminal-Server-Client als Favorit herauskristallisiert, auch wenn es erst in der Version 0.150 in den Ubuntu-Paketquellen vorliegt. Dafür hat es eine intuitive GUI, beherrscht RDPv5 (wichtig!) und funktiert – getestet mit Linux Mint 11 -, zumindest beim Zugriff auf einen Windows Server 2008 R2:

Da das Programm in den Ubuntu-Paketquellen vorliegt, ist es unter Ubuntu, Mint und vermutlich auch Debian mit apt-get install tsclient – mit Sudo-/ als Root ausgeführt – auch schnell installiert. Als Protokoll wählt man RDPv5 und den Benutzernamen lässt man am besten leer, um ihn stattdessen direkt auf der entfernten Maschine einzugeben, so dass dies nicht zu Problemen führt. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: nachdem die erste Verbindung zur Windows-Maschine getrennt ist, lässt sich keine neue herstellen. Allerdings gibt es einen Workaround, der sich bei mir als erfolgreich herausgestellt hat: man lösche sofern vorhanden den Konfigurationsordner .tsclient in seinem /home/user-Verzeichnis und erstelle stattdessen eine Datei .tsclient . Auf diese Weise wird der Konfigurationsordner beim nächsten Programmstart nicht wieder neu angelegt und der Terminal-Server-Client verhält sich immer so, als würde man ihn zum ersten Mal benutzen. Mein Ersatz für den mit Windows ausgelieferte MSTSC ist also gefunden.

Um von Windows aus auf eine Linux-Maschine zugreifen zu können, verwende ich das Programm XRDP. Auch dieses ist aus den Debian- oder Ubuntu-Paketquellen mit apt-get install xrdp einfach zu installieren und bedarf keiner weiteren Konfiguration. Allerdings wird lediglich die gerade verwendete Konsole durchgestellt und es bedarf, wenn ich das richtig verstanden habe, eines installierten X-Servers. Nach einem Reboot kann man sich mit MSTSC mit seinem Benutzernamen via XRDP auf der entfernten Linux-Maschine – getestet mit Debian 6.0 Squeeze – einloggen:

Wer hier noch bessere Programme kennt, kann sie mir gerne in der Kommentarspalte mitteilen.

Noch nicht getestet habe ich, ob man via Terminal-Server-Client auf eine entfernte Linux-Maschine mit XRDP zugreifen kann. Klar ist zumindest für Kommandozeilensachen SSH ohnehin besser geeignet, aber ausprobieren muss ich das demnächst wohl trotzdem mal. Immer diese Neugierde …😉

[Update 27.10.2011] Auch das funktioniert, wie ich gerade mit zwei Maschinen in meinem lokalen Netzwerk getestet habe.

Kommentare
  1. Perry3D sagt:

    Ich benutze dazu immer die Software rdesktop.
    Sie wird zwar nicht mehr weiterentwickelt, aber sie funktioniert gut.

  2. RDesktop hatte ich zuerst auch ausprobiert, aber der beherrscht kein RDP5 und damit auch keine Verbindung zu einem Windows Server 2008 R2, wofür ich den Kram aber hauptsächlich brauche.

  3. stromsau sagt:

    Für den Hausgebrauch hats mir bisher immer krdc getan

  4. Kann ich nichts zu sagen, weil ich versuche, den Anteil von KDE-/qt-Programmen auf meinem System möglichst gering zu halten. Hat KRDC das Problem denn nicht, dass sich nach dem Trennen der ersten Verbindung keine neue herstellen lässt, wenn man nicht durch einen Workaround das Erstellen des Konfigurationsordners ändert? Und kann sein Fenster mit der Windows-Maschine, auf die zugegriffen wird, maximiert werden? Dass das nicht geht, nervt mich nämlich bei TSC gerade am meisten:/ .

  5. Ah, man kann die Größe auch bei TSC innerhalb gewisser Vorgaben einstellen … nur dummerweise wegen des Workarounds nicht abspeichern.

  6. cgnkev sagt:

    Hat dies auf Cgnkev.de rebloggt.

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